Dr. Uwe Bettscheider im Interview: Warum die Schul-IT aus der Cloud gemanagt wird

Interview in Kommune 21: Digitale Bildung ernst nehmen

Dr. Uwe Bettscheider erklärt im Interview, warum er sich für die Cloud-Lösung MNSpro von AixConcept entschieden hat.

Das Stolberger Gymnasium Ritzefeld hat das Ende der Kreidezeit noch nicht eingeläutet, aber den Weg zur digitalen Schule eingeschlagen. Im Interview mit Redakteurin Sara Ott von Kommune 21 erklärt Schuldirektor Dr. Bettscheider, warum er sich dafür entschieden hat und wo er noch die größten Hürden sieht.

Kommune 21: Herr Bettscheider, das Ritzefeld-Gymnasium hat sich entschieden, Server gegen Cloud zu tauschen. Was waren die Gründe dafür?

UB: Wenn man digitale Bildung ernst nimmt, und das tun wir, benötigt man eine Infrastruktur, die Lehrer möglichst vollständig von rein technischen Aufgaben befreit und ihnen und den Schülern eine Lehr- und Lernumgebung bietet, dank der sie sich auf den Unterricht konzentrieren können. Das größte Problem hierbei ist der First Level Support, der in sehr vielen Schulen von den Lehrern geleistet werden muss, obwohl sie weder dafür ausgebildet sind, noch die Zeit dafür aufbringen können und sollen. Eine Cloud-Lösung, die nur Software und Speicher zur Verfügung stellt, reicht aber nicht aus. Wir brauchen vielmehr eine Cloud-Lösung über die auch die Geräte, egal wo man sie ins Netz bringt, von Profis betreut werden. Hinzu kommt der Datenschutz. Mal ganz davon abgesehen, dass eine Cloud, die von Profis gewartet wird, um ein Vielfaches sicherer ist, als der Server, der in vielen Schulen ungesichert in normal abgeschlossenen Räumen steht.

Kommune 21: Sie nutzen die MNSpro Cloud der Firma AixConcept. Wie ist Ihr erster Eindruck von der Lösung?

UB: Die ersten Erfahrungen zeigen, dass man, bei ausreichender Bandbreite, wunderbar mit den mit der Cloud verbundenen Rechnern arbeiten kann.

Kommune 21: Wo besteht noch Nachbesserungsbedarf?

UB: Nachbesserungsbedarf besteht bei der Bandbreite. Bisher funktioniert das nur problemlos, weil wir noch wenige Cloud-Rechner haben. In naher Zukunft können wir aber hoffentlich mit einem Gigabit-Anschluss ans Internet rechnen.

Kommune 21: Inwiefern unterstützt die Lösung die Schule dabei, einen zukunftsweisenden digitalen Unterricht anzubieten?

UB: Wie schon gesagt, die Lehrer müssen eine digitale Infrastruktur zur Verfügung haben, die funktioniert, sodass sie sich auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können. Wenn Lehrer erst den First-Level-Support-Kollegen im Schulgebäude finden müssen, wenn es Probleme gibt, ist das nicht gegeben. Denn Lehrer sind in der Regel im Unterricht oder zu Hause.

Kommune 21: Könnten Sie uns Ihr Konzept für den digitalen Unterricht kurz skizzieren?

UB: Wir wollen den Homo sapiens nicht durch den Homo digitalis ersetzen. Wir wollen unsere Schüler immer noch bilden und nicht entertainen. Zufällige Lernprozesse durch Edutainment Apps sind daher nicht Bestandteil unseres Unterrichts. Bei uns geht es nach wie vor um Allgemeinbildung. Und die kann nur sehr eingeschränkt mittels eines Computer-Spiels erworben werden.

Digitalisierung wird bei uns so in den Unterricht eingebettet, dass Lehrende entlastet werden. Im Frontalunterricht erklärte Inhalte können zum Beispiel interaktiv abgefragt und so das Verständnis überprüft werden. Das gibt Lehrern den Freiraum, auf Rückfragen individuell zu reagieren, und Schülern den Freiraum, in unterschiedlichem Tempo zu lernen. Digitale Medien sind nicht nur dazu da, um alte Ziele schneller, einfacher, besser und nachhaltiger zu erreichen. Sie sind auch dazu da, Schüler auf die veränderte digitale Lebenswelt vorzubereiten.

Die Gefahren des unkontrollierten Medienkonsums und der unreflektierten Medienverwendung sind daher bei uns ebenso Thema wie die Schaffung eines Grundverständnisses von Informatik.

Interview aus: Kommune 21. E-Government, Internet und Informationstechnik. (12/2018), p. 13.

Wir danken für die freundliche Genehmigung, das Interview an dieser Stelle zu zitieren.

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Thomas Jordans (AixConcept) und Dr. Uwe Bettscheider

Aus Wikipedia:

© Dr. Uwe Bettscheider

Wer digitale Bildung ernst nimmt, braucht eine Infrastruktur, die Lehrer von IT-Aufgaben freistellt und eine Lernumgebung schafft, in der vernünftiger Unterricht möglich ist.